IDIconTOTO - Rückblick 2006 |
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Erfahrungsbericht |
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Von Bettina Taaks-Furer Es ist wohl an die zwei Jahre her, dass ich wieder einmal mit vollem Einkaufswagen versuchte, meine Kinder an einem der typischen Cafés in den Einkaufszentren vorbei zu manövrieren. Dabei fiel mir an einem Tisch eine junge Frau auf, die mit der Lesebrille auf der Nase in ihre Lektüre vertieft war und nebenher eifrig in ihr Notizheft schrieb, während ihr Kaffee bis zu mir duftete, aber wahrscheinlich langsam kalt wurde. Ehrlich gesagt, beneidete ich diese Frau! - und es wurde mir wieder einmal klar, dass das "Schöngeistige" in meinem derzeitigen Leben viel zu kurz kam. Das sollte sich allerdings bald ändern, denn mit zunehmender Selbständigkeit der Kinder und damit wachsender Selbstbestimmung meinerseits, streckte ich meine Fühler aus und stiess schliesslich auf den AKDaF, der einen Lehrgang anbot, welcher genau auf meine Bedürfnisse zugeschnitten war: erstens ist mir die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Chancen sehr wichtig, zweitens beschäftige ich mich gerne mit Sprache an sich. So fing ich denn im Oktober 2005 den Lehrgang „IDI con TOTO“ in Bern an. Die obligate Vorstellungsrunde am ersten Tag gab mir das Gefühl, gut in diese Lernergruppe zu passen. So verschiedenartig die Mitglieder dieser Gruppe auch waren, verband sie doch zumindest ein grosses Interesse an anderen Kulturen und alle hatten selbst Erfahrungen mit dem Leben im Ausland gemacht. In den kommenden Monaten wuchs diese Gruppe zusammen und es herrschte ein sehr gutes Arbeitsklima. Innerhalb des Lehrgangs habe ich im Rahmen der drei Module (siehe IDI con TOTO / Infos zum Lehrgang) sehr viel gelernt und besonders auch von der langjährigen Lehrerfahrung vieler TeilnehmerInnen profitiert: 1) Die Andragogik war durch viele selbsterarbeitete Inhalte (z.B. zum Thema „Gruppendynamik“) sehr spannend und auch lehrreich in Bezug auf die eigene Person. 2) Der Themenbereich Methodik/ Didaktik war für mich völlig neu; besonders die Weiterentwicklung der klassischen Fremdsprachendidaktik hin zu wirklich kommunikativen und interaktiven Ansätzen, befriedigt wohl Lehrpersonen sowie auch Schüler. Hier auch ein grosses Kompliment an die meisten Kursleiterinnen: sie gestalteten den Unterricht genauso induktiv und „erwachsenengerecht“, wie wir es in der Methodik/ Didaktik gelernt haben. Ich habe diesen Stil als sehr angenehm und anregend empfunden. 3) Philosophisch wurde es im Modul Integration. Was bedeutet Integration? Wo und wann findet Integration statt? Oder kurz: wer integriert wen wohin? Trotz des eigentlichen Ziels, der Sensibilisierung auf die möglichen Probleme aber auch Potenziale im Umgang mit der Interkulturalität, wurde hier auch einiges Konkretes geboten. Noch vor Beendigung des Lehrgangs hatte ich durch die neuen Kontakte die Möglichkeit, eine mehrmonatige DaZ-Stellvertretung zu übernehmen und das Gelernte sowohl auszuprobieren als auch zu ergänzen. So sitze ich jetzt selbst zwischendurch mit Lektüre im Café – zum Beispiel am Vorbereiten – und geniesse dies sehr! Abschliessend möchte ich sagen, dass sich der gut organisierte und gut strukturierte Lehrgang "IDI con TOTO" ganz sicher gelohnt hat: einerseits fühle ich mich ziemlich gut vorbereitet auf die Arbeit als DaZ-Trainerin; andererseits bin ich überzeugt, dass auch die zukünftigen Teilnehmer der DaZ- oder Integrationskurse davon profitieren, dass uns so viele Ideen und Anregungen für spannende Lektionen mit auf den Weg gegeben wurden. |